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Wogastisburg

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Wogastisburg Artikel

Die Wogastisburg war eine in der sogenannten Fredegar-Chronik zu dem Jahr 631/632 erwähnte Burg oder Siedlung oder ein befestigtes Lager in Mitteleuropa. Ihre Lage ist unbekannt.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Damals war es Friedrich. Ein empfehlenswertes Buch! Wie kann man besser Eindrücke aus der Zeit des Nationalsozialismus bekommen, als ein Buch von jemandem zu lesen, der die ganze Zeit selber erlebt hat und seine Erfahrungen erzählt? Hans Peter Richter lebte in der Zeit des Nationalsozialismus und schrieb die meisten seiner Bücher über dieses Thema. Neben Damals war es...

Grundsätzliches zur Lokalisierung

In der Fredegar-Chronik wird für das Jahr 631/632 von einer Schlacht des austrasischen Hauptheers von König Dagobert I. mit dem slawischen Heer des Samo berichtet. Dagoberts Heer soll sich auf dem Weg in das Herz des Reiches des Samo befunden haben, als es nach einer dreitägigen Schlacht von Samo bei castrum vuogastisburc geschlagen worden ist.

Es existieren zahlreiche Lokalisierungsvorschläge für den Ort Wogastisburg. Da es sich jedoch um die einzige überlieferte Ortsangabe für das Reich des Samo handelt, bleiben diese Überlegungen allesamt spekulativ. Meistens wird angenommen, dass Dagobert ohne Umweg (das heißt vom Westen) in das Zentrum des Reiches von Samo gelangen wollte, dieses aber nicht erreichte, so dass sich Wogastisburg irgendwo am westlichen Rande des Reiches des Samo befand. Exakt genommen ist dies aber ca. eine reine Annahme und mangels schriftlicher Hinweise steht einer Lokalisierung von Wogastisburg an fast jedem beliebigen mitteleuropäischen Ort nichts in dem Wege. Hinzu kommt, dass auch die genaue Lage des Reiches des Samo selbst und/oder seines Zentrums eher umstritten bleibt. Der Kern des Reiches lag mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Raum der mittleren Donau und March, das heißt in dem heutigen Mähren, Niederösterreich und der Südwestslowakei

Nach neueren archäologischen und dendrochronologischen Behandlungen wurden in dem 7. Jahrhundert in Ostmitteleuropa noch keine befestigten Burganlagen errichtet. Es ist daher die Frage zu stellen, ob die Wogastisburg genannte Lokalität überhaupt mit einem der bekannten Burgwälle verbunden werden kann, und ob sie nicht trotz der Benennung als castrum (= in der Regel "befestigter Ort") viel eher eine ca. leicht befestigte Anlage zu dem Beispiel in Form einer Wagenburg oder eines offenen Lagers (ähnlich den awarischen "Ringen") war. Eine sicherlich hölzerne Befestigung könnte in der Konfliktsituation durchaus auch in sehr kurzer Zeit errichtet worden sein, wobei auch eine Wiederbenutzung einer älteren Wallanlage möglich ist. Für diese Interpretation spricht auch, dass Fredegar das Wort castrum bei der Beschreibung anderer Feldzüge auch in dem Sinne "kurzfristig errichtete Befestigung" oder "bewaffnetes militärisches Lager" benutzt.

In eine ähnliche Richtung weisen sprachwissenschaftliche Überlegungen, nach denen der in den fränkischen Quellen vuogastisburc genannte Ort wahrscheinlich auf eine Bildung aus dem altslawischen gost/gast/gošc = Kaufmann und dem lateinischen burgus, das heißt nichtagrarische, stadtähnliche Siedlung beziehungsweise wiederum Kaufmannsniederlassung, zurückgeht. Siehe auch unten (c). Anderen Theorien zufolge steht jedoch "gast" in dem Namen Wogastisburg für Hochwald (tschechisch und slowakisch "hvozd") oder es handelt sich einfach um einen Personennamen.

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Lokalisierungvorschläge

Zu den zahlreichen Lokalisierungsvorschlägen zählen vor allem (von West nach Ost):

(a) Das Gebiet der Bavaria Slavica in Nordostbayern:

  • Staffelberg bei Staffelstein: Hier hat sich aber herausgestellt, dass die scheinbare Namensähnlichkeit (Wogastisrode, Wugastesrode = Burg beim Wald) erst später entstanden ist
  • Burk bei Forchheim (Oberfranken)
  • andere Orte in dem oberen Main-Gebiet, in denen in dem 7. Jahrhundert Slawen lebten

(b) Böhmen:

Südböhmen:

  • Berg Tuhošť bei Domažlice: Dies war eine Idee des tschechischen Historikers FrantiÅ¡ek Palacký in dem 19. Jahrhundert.

Nordböhmen an der Ohře/Eger:

  • ÚhoÅ¡t’ bei Kadaň/dt. Kaaden: Bei Úhošť handelt es sich um die linguistische Herleitung: Wogast=Ugast=Úhošť + Burg. Die vorgeschlagene Übersetzung wäre die Burg (im heutigen Sinne) von Wogast/Uogast/UgoÅ¡Ä?. Bei Ausgrabungen wurde hier aber ca. ein Burgwall aus der Eisenzeit entdeckt.
  • Hradec bei Kadaň: Die slawischen Besiedlung setzt nach Ausweis der Funde aber erst in dem 8. Jahrhundert ein.
  • Rubín bei PodboÅ™any : Dies ist der jüngste Vorschlag. Die Burg ist strategisch am Übergang nach Westböhmen gelegen. Tschechische Archäologen fanden hier ein "Zentrum mit Kampfcharakter, das in groben Zügen (auch) in das 7. Jahrhundert datiert werden kann", sowie die größte bekannte Sammlung von Gegenständen awarischer Herkunft in Böhmen aus dem 7. und 8. Jahrhundert.

(c) Das Gebiet der mittleren Donau in dem heutigen Niederösterreich und der Südwestslowakei Die Donau war in allen Zeiten ein wichtiger Handelweg. Die meisten großen Feldzüge des fränkischen Reiches gegen die Slawen wurden entlang der Donau vorgenommen. Die Gegend um Carnuntum und Bratislava war zudem sehr wahrscheinlich der Ort des Slawenaufstandes, der zur Entstehung des Reiches von Samo führte, und ein Ort von außerordentlicher strategischer Wichtigkeit (Übegang zwischen den Alpen und den Karpathen, Kreuzung der Handelswege Bernsteinstraße (Nord-Süd) und Donaustraße). Burgwälle aus dem 7. Jahrhundert wurden - genauso wenig wie in den übrigen slawisch besiedelten Gebieten Europas - bis heute nicht gefunden. Die Lage an der Donau wird auch dadurch begründet, dass die Endung -burc bis zu dem 10. Jahrhundert gerade von Ortschaften (Regensburg, Strassburg, Pressburg) getragen wurde, die vormals ein Burgus des Limes Romanus entlang der Donau waren und sich nun zu Handelsstätten entwickelten. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Fredegar von einem castrum vuogastisburc (statt ca. vuogastisburc) spricht, dagegen spricht allerdings die Tatsache, dass das Wort burg/burc von Fredegar an anderen Stellen sehr wohl (auch) in der Bedeutung Burgwall oder ähnliches benutzt wurde. Der erste Teil vuogastis- kann dann einfach von gast/gost 'Kaufmann' abgeleitet sein. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass sich in diesem Bereich auch das Zentrum des Reiches von Samo befand, sind diese Orte an der Donau eher nicht mit der Wogastisburg gleichzusetzen, denn dann hätte Fredegar wohl darauf hingewiesen, dass die fränkischen Truppen die Hauptstadt erreicht hatten:

  • Melk, Wien, Carnuntum, Hainburg etc.
  • Burg Devín: Siehe unter Samo - geographische Lage. Von den auf der Burg tätigen Archäologen wird eine Identifizierung der eigentlichen Burg mit Wogastisburg jedoch abgelehnt, da trotz großangelegter Ausgrabungen dafür jeder Beleg fehlt.
  • Bratislava: Hierfür spricht vor allem, dass es der einzige bekannte Ort mit awarischen Funden aus dieser Zeit mit der Endung -burc in seinem Namen (907: Brezalauspurc, später Pressburg) ist, und dass es ein wichtiger Handelsort war.

(e) Das Gebiet der March und ihrer Nebenflüsse in Mähren: Hier gilt allerdings wieder wie bei (c), dass wenn man davon ausgeht, dass sich in diesem Bereich auch das Zentrum des Reiches von Samo befand, diese Orte eher nicht mit der Wogastisburg gleichzusetzen sind.

(d) Zuweilen werden in älteren Darstellungen noch das Gebiet der Niederlausitz und der Elbe-Saale-Raum mit den dort siedelnden Sorben angegeben, die zur Zeit der Ausseinandersetzung mit Samo unter der Führung ihres dux dervanus standen. Allerdings konnte inzwischen zweifelsfrei belegt werden, dass es sich bei den Burgwällen der Lausitz in dem Siedlungsgebiet der Lusitzi nicht um die ältesten slawischen Burganlagen handelt, sondern diese in dem Gegenteil erst in dem späten 9. und frühen 10. Jahrhundert angelegt worden sind. Dieses Gebiet kann damit definitiv aus der Suche nach der Wogastisburg ausscheiden.

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Karte

Auf dieser Karte (http://www.kpufo.cz/wtc/obr/wog1.jpg) sind die Orte angegeben, in denen in dem 20. Jahrhundert Wogastisburg am häufigsten gesucht wurde: (1) Staffelberg bei Staffelstein, (2) Burg bei Forchheim, (3) Úhošť bei Kadaň, (4) Rubín bei PodboÅ™any, (5) Niederlausitz, (6) Melk, (7) Znojmo, (8) Wien, (9) MikulÄ?ice , (10) Bratislava, (11) Hostýn. Grau hinterlegt ist das Gebiet Tschechiens.

Buch-Tipp: Das siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland. Der Film ist besser ! Der Film ist besser ! Ich sage es sehr ungern, aber in diesem Fall schlägt der Film mit Spencer Tracy das Buch um Längen! Man schreibt das Jahr 1937; der kommunistische Aktivist, Georg Heisler, ist in dem KZ Westhofen. Als ihm klar wird, dass die Lagerleitung seinen Tod wünscht, flieht er zusammen mit 6 weiteren Häftlingen....

Literatur

  • Literaturhinweise unter Samo
Buch-Tipp: Denke nach und werde reich. Die Erfolgsgesetze Auf der obersten Sprosse der Erfolgsleiter ist stets Platz. . . "Traume sind Schäume?" Sicher kennen Sie dieses Sprichwort und lassen Ihre Träume - Träume sein. Halt! Napoleon Hill ist anderer Meinung und ich inzwischen auch! Mit Genuss und wachsender Begeisterung habe ich sein Buch gelesen. Gab es mir doch an der Stelle, an der ich stand,...

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Wogastisburg Beschreibung

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